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Fake Support-Anrufe erkennen ✓ So schützen Sie sich

Angeblicher Microsoft-Anruf? ✓ So erkennen Sie Fake-Support-Anrufe sofort ✓ Was Betrüger am Telefon wollen ✓ Checkliste für den Ernstfall ✓ Hilfe in Basel

Das Telefon klingelt: «Hier ist der Microsoft-Support»

Ein Anrufer meldet sich in gebrochenem Deutsch oder auf Englisch. Er behauptet, Ihr Computer sei von Viren befallen und man habe «verdächtige Aktivitäten» festgestellt. Jetzt müsse er sofort per Fernzugriff helfen, sonst drohe Datenverlust. Klingt hilfsbereit, ist aber Betrug: Diese Masche heisst Tech-Support-Scam und gehört laut dem Nationalen Zentrum für Cybersicherheit (NCSC) seit Jahren zu den häufigsten Betrugsformen in der Schweiz.

Wir bei Kurzschluss-Support betreuen regelmässig Kundinnen und Kunden in der Region Basel, die einen solchen Anruf erhalten haben. Manche haben rechtzeitig aufgelegt, andere sassen bereits vor dem gesperrten Online-Banking. In diesem Beitrag zeigen wir Ihnen, woran Sie den Betrug sofort erkennen und was Sie tun, wenn schon etwas passiert ist.

Die wichtigste Regel zuerst

Microsoft ruft Sie niemals unaufgefordert an. Auch Apple, Google, Swisscom oder Ihre Bank tun das nicht. Kein seriöses Unternehmen überwacht Ihren Computer und meldet sich telefonisch, um Viren zu entfernen. Wer das behauptet, will Sie täuschen. Sie dürfen solche Gespräche jederzeit kommentarlos beenden. Das ist nicht unhöflich, sondern die richtige Reaktion.

Woran Sie einen Fake-Support-Anruf erkennen

1. Der Anruf kommt unaufgefordert

Sie haben keinen Support angefragt, kein Ticket eröffnet, keinen Rückruf vereinbart. Trotzdem weiss der Anrufer angeblich, dass Ihr Computer Probleme hat. Das ist technisch gar nicht möglich: Niemand kann von aussen sehen, ob auf Ihrem PC Viren aktiv sind.

2. Es wird Druck aufgebaut

«Ihr Computer wird in wenigen Stunden gesperrt», «Ihre Daten werden gerade gestohlen», «Wir müssen sofort handeln». Betrüger arbeiten mit Angst und Zeitdruck, damit Sie nicht nachdenken oder jemanden um Rat fragen. Echte IT-Profis erklären ruhig und lassen Ihnen Zeit für Entscheidungen.

3. Sie sollen eine Fernwartungssoftware installieren

Der Anrufer führt Sie auf eine Website und lässt Sie Programme wie AnyDesk, TeamViewer oder UltraViewer herunterladen. Diese Programme sind an sich seriös, in den Händen von Betrügern aber gefährlich: Sie geben dem Anrufer die volle Kontrolle über Ihren Computer. Seriöse Fernwartung findet nur statt, wenn Sie selbst vorher Kontakt aufgenommen haben, so wie bei unserem Remote-Support.

4. Es geht plötzlich um Geld oder Bankdaten

Spätestens hier wird das Ziel sichtbar. Typische Forderungen:

  • Eine «Support-Gebühr» per Kreditkarte bezahlen
  • Gutscheinkarten (Google Play, Apple, Steam) kaufen und die Codes durchgeben
  • Sich ins E-Banking einloggen, angeblich zur «Rückerstattung» einer Gebühr
  • TAN-Codes oder SMS-Bestätigungen vorlesen

Sobald ein angeblicher Techniker Zahlungen, Gutscheine oder Banking-Zugänge verlangt, ist der Fall klar: auflegen.

5. Gruselige «Beweise» auf Ihrem eigenen Bildschirm

Betrüger lassen Sie oft Windows-Bordmittel wie die Ereignisanzeige öffnen. Dort stehen bei jedem Computer harmlose Warnungen und Fehlermeldungen, das ist völlig normal. Für Laien sieht es aber bedrohlich aus, und genau darauf setzen die Anrufer.

Auch als Popup unterwegs: die falsche Virenwarnung

Die gleiche Masche startet häufig im Browser statt am Telefon: Ein bildschirmfüllendes Popup warnt vor Viren, oft mit Alarmton und einer «Microsoft-Hotline», die Sie anrufen sollen. Rufen Sie diese Nummern niemals an. Schliessen Sie den Browser, notfalls über einen Neustart des Computers. Danach ist die «Warnung» verschwunden, denn sie war nur eine Webseite. Wie Sie gefälschte Nachrichten auch im Postfach erkennen, lesen Sie in unserem Beitrag Phishing-Mails erkennen.

Was tun, wenn Sie schon am Apparat waren?

Kein Grund für Scham: Diese Anrufe sind professionell aufgezogen und erwischen auch vorsichtige Menschen. Entscheidend ist, was Sie jetzt tun.

Wenn Sie nur telefoniert haben, ohne etwas zu installieren:

  1. Auflegen und die Nummer blockieren
  2. Nichts weiter nötig, Ihr Computer ist nicht in Gefahr

Wenn der Anrufer Zugriff auf Ihren Computer hatte:

  1. Internet trennen: WLAN ausschalten oder Netzwerkkabel ziehen
  2. Computer nicht weiterverwenden, bis er geprüft wurde
  3. Fernwartungssoftware deinstallieren lassen und den Rechner auf Schadsoftware untersuchen, zum Beispiel im Rahmen unserer Virus- und Malware-Entfernung
  4. Passwörter ändern, und zwar von einem anderen, sauberen Gerät aus: zuerst E-Mail, dann E-Banking

Wenn Geld geflossen ist oder Bankdaten im Spiel waren:

  1. Sofort Ihre Bank anrufen und die Karte oder das E-Banking sperren lassen
  2. Anzeige bei der Polizei erstatten, in Basel bei der Kantonspolizei
  3. Vorfall dem NCSC melden über report.ncsc.admin.ch

So schützen Sie sich und Ihre Angehörigen

Die Anrufe treffen besonders oft ältere Menschen, die höflich bleiben und dem «Techniker» vertrauen. Ein kurzes Gespräch in der Familie wirkt hier mehr als jede Software:

  • Eine einfache Hausregel vereinbaren: Bei Anrufen rund um Computer, Bank oder Zahlungen immer zuerst auflegen und eine Vertrauensperson fragen
  • Nummern gemeinsam blockieren und den Umgang mit unbekannten Anrufen üben
  • Gesundes Selbstbewusstsein vermitteln: Auflegen ist erlaubt, auch mitten im Satz

Für Seniorinnen und Senioren in Basel und Umgebung bieten wir geduldige Unterstützung an: Beim IT-Support für Senioren gehen wir solche Situationen in Ruhe durch, richten Schutzmassnahmen ein und beantworten alle Fragen ohne Fachchinesisch.

Im Zweifel: lieber einmal zu viel anrufen

Sie sind unsicher, ob ein Anruf oder eine Warnung echt war? Der Anrufer hatte vielleicht schon Zugriff auf Ihren Computer? Rufen Sie uns an unter +41 76 247 11 37. Wir sagen Ihnen am Telefon ehrlich, ob Handlungsbedarf besteht, prüfen Ihren Computer bei Bedarf vor Ort oder per sicherer Fernwartung und bringen alles wieder in Ordnung. Bei akuten Fällen ist unser IT-Notfall-Service in der Regel noch am selben Tag für Sie da.

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